Sonntag, 16. Juni 2013

Erschreckend genug..

Eine Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) vom November letzten Jahres macht auf die starke Zunahme von Armut in deutschen Städten aufmerksam. In sechs Städten – Leipzig, Dortmund, Duisburg, Hannover, Bremen und Berlin – ist die Armut so stark angestiegen, dass inzwischen jeder vierte bis fünfte Einwohner unter der Armutsgrenze lebt.

Die Studie bemerkte, es sei besonders irritierend, dass die Armut weiter angestiegen sei, obwohl die Arbeitslosigkeit zurückgegangen ist. Dies ist vor allem auf den wachsenden Niedriglohnsektor zurückzuführen. Besonders hoch ist der Anteil armer Einwohner in Städten, die hohe Arbeitslosenquoten haben. An der Spitze steht die ostdeutsche Stadt Leipzig mit einer Armutsquote von 25 Prozent im Jahr 2011. Dicht dahinter folgen gleich die Ruhrgebietsstädte Dortmund und Duisburg mit Armutsquoten von 24 und 23,5 Prozent. Insbesondere in Bezug auf Duisburg vermerkt die Studie, dass man hier beobachten könne, wie eine „Stadt als Ganzes“ verarme.

Während die Armut und Verschuldung der Städte sowie die Sparmaßnahmen und Kürzungen von Bundes-, Landesregierungen und Kommunen vor allem dazu führen, dass die Lebensbedingungen für Millionen von Menschen immer schwieriger werden und die Armut Rekordniveaus erreicht, gibt es selbst in Städten wie Duisburg genug Geld, um zum Beispiel Erich Staake, dem Vorstandsvorsitzenden der Duisburger Hafen AG 2011, ein Jahresgehalt von 634.500 Euro zu bezahlen.

Ebenso werden sich die Personalkosten für die Vorstandsetage der städtischen Wirtschaftsbetriebe in Duisburg in diesem Jahr auf eine halbe Million Euro fast verdreifachen. Aufgrund von kommunalpolitischem Geschacher des von SPD, Grünen und Linken geführten Stadtrats wurde dem bisherigen einzigen Chef Thomas Patermann mit 200.000 Euro Jahreseinkommen, noch Peter Greulich von den Grünen (170.000 Euro) und Uwe Linsen von der SPD (130.000 Euro) zur Seite gestellt.