Samstag, 16. Juli 2016

Gelaber zu Anschlag in Nizza


Zum Beispiel so: „In Nizza hat ein mutmaßlicher Attentäter mit einem LKW zahlreiche Menschen überfahren…‘ Nein, es war kein mutmaßlicher Attentäter, er war ein realer Attentäter.“
Immer wieder die gleichen Rituale: „Die Schauspielerin Mia Farrow, die immer gern in Nizza ihre Ferien verbringt, hat dem französischen Volk ihre Solidarität mitgeteilt – „Ich sende Liebe an Frankreich“ – Wirklich nett, das wird den Angehörigen helfen, die die zerfetzten Körper ihrer Familienangehörigen und ihrer Kinder identifizieren müssen. Die gestern am französischen Nationalfeiertag die Werte ihrer Republik feiern wollten: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.“
Und die Politiker? Sie melden sich über Twitter, bieten Hilfe an – ob es nun Nizza oder die Türkei betrifft. Sie drücken ihre Anteilnahme aus und „werden den Kampf gegen den Terror gewinnen. Den Kampf? Welchen Kampf? Und gegen wen?“
Klaus Kelle liest quer: „Die russische Luftwaffe hat heute Morgen Stellungen des IS, des sogenannten „Islamischen Staates“ bombardiert. Vielleicht ist das genau die richtige Antwort. Sind Sie jetzt schockiert, wenn ich das so schreibe? Gewalt ist doch keine Lösung, lernen wir immer.“
Doch: „Wer hat denn in Deutschland, in Frankreich, überall im Westen das bessere Konzept gegen den Terrorismus? Jeder, der Augen hat zum Sehen, weiß doch seit Jahren, was los ist. Die zornigen jungen Männer, die in den Pariser Banlieus Nacht für Nacht randalierten, der rasante Zuwachs zum Salafismus in unseren Gesellschaften. Und 9/11? Schon vergessen?“
Ganz klar gesagt: „Ich kann das Gelaber nicht mehr hören in einer Gesellschaft, die sich nicht mehr zu wehren weiß, in der Angriffe auf Polizisten Alltag sind, übrigens in der Regel verursacht von Horden, die sicher nichts mit dem Islam zu tun haben.“
In Brüssel gibt es 800 bekannte radiakale Islame, in Paris und London werden es mehr sein. In Berlin gibt es sie ebenfalls. Sie werden überwacht  – warum? „Warum haben unsere europäischen Gesellschaften nicht den Mut, diese Leute auszuweisen? Wer hier zu uns kommt und unsere Hilfe bekommt und dann Verbrechen begeht muss raus. Raus! Raus! Raus!“
Jeder kann es wohl nachvollziehen, wenn er schreibt: „Ich bin es leid, immer wieder diese Bilder zu sehen, Blut auf dem Straßenpflaster, zerfetzte Körper, zugedeckt mit dunkelblauen Tüchern, ein totes Kind mit einer Puppe neben sich.“
Doch das Mediengeschwafel geht weiter: „Wir sind in diesen schweren Momenten an der Seite von Frankreich“, sagt Außenminister Steinmeier, „… ich glaube, ich muss kotzen.“ (ks)